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Stimmen und

Erfahrungsberichte:

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PJ- Bericht Tertial I/2017

 

"Ich hatte richtig tolle, lehreiche 4 Monate und würde es jedem Studenten empfehlen, in dieser Praxis ein PJ-Tertial zu absolvieren!

Nach der Zeit bei den Dres. Sitter bin ich mir nun sicher: Ich möchte Hausärztin werden."

 

 

Bericht zum Praktischen Jahr (PJ) Wahltertial I/2017 Allgemeinmedizin

von  Kristin Vogel (Universität Erlangen- Nürnberg)

 

Nachdem ich meine ersten beiden PJ-Tertiale absolviert hatte, stand mein dritter und letzter Abschnitt des PJs bevor. Ich hatte mich für das Fach Allgemeinmedizin entschieden und bin nach einiger Suche durch die vielen positiven Bewertungen anderer Studenten auf die Praxis Dres. Sitter in Bechhofen aufmerksam geworden.

Schon seit ein paar Jahren spielte ich mit dem Gedanken, selbst einmal den Facharzt für Allgemeinmedizin anzustreben. Nach der Zeit bei den Dres. Sitter bin ich mir nun sicher: Ich möchte Hausärztin werden.

 

Ich möchte hier einen kleinen Einblick über meine Zeit in der Praxis geben:

Die Brüder, Dr. med. Simon und Dr. med. Sören Sitter, sind Fachärzte für Allgemeinmedizin und die Inhaber der Praxis. Als angestellte Assistenzärztin arbeitet Frau Zargaryan seit ein paar Monaten mit in der Sprechstunde. Das Team wird durch die wirklich sehr, sehr netten und kompetenten Medizinischen Fachangestellten unterstützt. Alle haben mich in den 4 Monaten, in denen ich Teil des Teams sein durfte, herzlich aufgenommen und mir das Gefühl gegeben, richtig dazuzugehören. (Vielen Dank nochmal an alle!)

 

Die Praxis ist eine Landarztpraxis, wie man sie sich vorstellt: Es besteht ein unglaublich breites Patientenspektrum, der Arzt ist zuständig für alles. Über das Versorgen von chirurgischen Wunden, dem alltäglichen „Schnupfen“ und dem akuten Herzinfarkt bis hin zur psychosomatischen Betreuung. Der jüngste Patient ist gerade mal ein paar Wochen alt, der älteste über 100 Jahre. Man sieht hier alle Fachrichtungen, begonnen bei der Kinderheilkunde und endend bei der Palliativmedizin.

 

Zu meinen Tätigkeiten als PJ-Studentin gehörten neben Blutabnahmen, Nadeln legen, Infusionen anhängen, Impfen, Wundversorgung und der Begleitung von Hausbesuchen bald auch das Führen eigener Sprechstunden. Dazu hatte ich mehrmals in der Woche ein eigenes Sprechzimmer, in welchem ich die Patienten vollständig selbständig anamnestizierte, untersuchte (einschließlich Sonographie, Lungenfunktionstestung, EKG-Schreibung und Auswertung) und einen Behandlungsvorschlag unterbreitete. Anschließend wurde meine Arbeit von einem der Ärzte supervidiert und besprochen. Da die beiden Dres. Sitter auch die Zusatzbezeichnung „Notfallmedizin“ tragen, hatte ich oft die Möglichkeit, die Ärzte auf Notarzteinsätzen zu begleiten.

 

Die beiden Ärzte legen sehr viel Wert auf Lehre und halten sich dabei strikt an die medizinischen Leitlinien. So eine tägliche „Ein-zu-Eins-Betreuung“ durch einen Facharzt ist in einem Krankenhaus unvorstellbar. Ich habe wirklich jeden Tag in der Praxis mehr gelernt, als in den beiden Klinik-Tertialen zusammen.

 

Während den Monaten meines PJs famulierten insgesamt 8 Wochen auch andere Studenten, sodass wir oft zu zweit in der Praxis waren. Dadurch konnten wir uns alle nicht nur fachlich untereinander austauschen, sondern auch Freundschaften knüpfen und die Zeit auf dem Land war alles andere als langweilig.

 

Ich hatte richtig tolle, lehreiche 4 Monate und würde es jedem Studenten empfehlen, in dieser Praxis ein PJ-Tertial zu absolvieren!

Lust auf ein Video- Interview des Bayerischen Hausärzteverbandes mit Kristin Vogel?

 https://www.youtube.com/watch?v=7oINtMF8rKs

 

Famulaturbericht 03/17

 

"Man lernt sehr viel und einfach unglaublich viele Facetten des Berufs kennen. Ich kann es nur zu 100% absolut empfehlen und würde es auch wieder tun!"

 

Kurzbericht zur Famulatur Allgemeinmedizin

von  Elisabeth Stojenthin (7. Semester Universität Lübeck)

 

1.    Motivation für Bewerbung Famulatur auf dem Land

 

Für die Pflichtfamulatur Allgemeinmedizin entschied ich mich für einen Bereich außerhalb des bisher mir Bekannten: das Land.

Geboren und aufgewachsen war ich in Berlin, nach Lübeck wollte ich einmal das richtige Landleben erleben. Da ich die Berge immer gemocht hatte, dachte ich an Bayern (Berge = Bayern).

Diese Rechnung ging leider nicht so einfach auf, wie gedacht, aber einen richtigen Landarzt in einem Dorf und Hausbesuchen fand ich trotzdem!

 

2.    Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

 

In der ersten Woche konnte ich zusammen mit der PJ-lerin eigene Patienten behandeln. Wir haben meist ergänzend zu den Ärzten Patienten aufgenommen, untersucht und dann dem betreuenden Arzt Therapievorschläge unterbreitet. Nach und nach wurde ich dann immer weiter in den regulären Alltag integriert: Spritzen geben, Impfen, lokale subkutane Injektionen, bei Haus- und Palliativbesuchen dabei sein, NEF mitfahren wenn einer der beiden Dienst hatte…

Auch erlernte ich ein paar der Basisfertigkeiten wie: EKG schreiben und grob auswerten, Lungenfunktionstests, Schilddrüsen- und Abdomenultraschall. Nebenbei natürlich auch die normalen Sachen wie: Patientenanamnese, allgemeine körperliche Untersuchung und und und. Mein bzw. das Aufgabenfeld der Praxis war so vielfältig, dass ich hier gar nicht alles aufzählen kann. Ich durfte viel praktisch selbst machen und hatte jederzeit die Möglichkeit Fragen zu stellen. Auch haben wir uns viel über Behandlungsstrategien ausgetauscht, bei Patienten Kuchen zum Hausbesuch gegessen („Ja Herr Doktor, sie können nicht gehen, der Kaffee läuft schon durch und der Kuchen kommt gerade aus dem Ofen“, was sollten wir denn da auch machen?) und (leider) auch das volle Spektrum der Palliativmedizin mitbekommen, inkl. Leichenschauen.

Insgesamt waren die Einbringungsmöglichkeiten in den Praxisalltag sehr sehr vielfältig, aber alles auf freiwilliger Basis. Es war auch kein Problem mal ein Angebot auszuschlagen!

 

3.    Betreuung vor Ort

 

Die Betreuung der drei Ärzte in der Praxis war gut. Jeder hatte seinen eigenen Stil mit Patienten umzugehen und diese zu behandeln, was ich aber als sehr interessant und bereichernd empfunden habe. Zusätzlich hatte ich das Glück bei ÄsL mitmachen zu können: Ärzte schnuppern Landluft. Dies ist ein Zusammenschluss aus lokalen Ärzten der Region durch die uns die Region und der Beruf des Allgemeinmediziners noch näher gebracht wurde. Hier haben wir Ausflüge zum Rettungshubschrauber Christoph 65, zur lokalen Integrierten Retttungs- Leitstelle Ansbach unternommen, Stadtführungen und Reanimationstrainings besucht und noch vieles mehr.

Außerdem fuhr ich (freiwillig) regelmäßig auf dem örtlichen RTW und NEF mit.

 

4.    Unterkunft

 

Ich wohnte im frisch renovierten BRK-Heim. Dies war wirklich, wirklich schön! Alles war sehr sauber und die Küche der Hammer! Es gab selbst eine Waschmaschine! 

Mein Zimmer war klein, aber fein und auch völlig ausreichend! Die Leute der anliegenden BRK-Wache waren sehr nett und wenn man Montags mit den Wasserwachtlern mal ein Bier mittrinkt sind auch diese recht umgänglich!

 

5.    Land und Leute

 

Die Landschaft war jetzt, ohne Berge, leider nicht so ganz wie ich es mir erhofft hatte. Nichtsdestotrotz war die Landschaft schön! Es gab immerhin 1 Berg (Hesselberg) und ansonsten waren die Felder und die leicht hügelige Landschaft wirklich schön! Man fühlte sich fast ein wenig im Urlaub. In Bechhofen direkt gab es fast alles was man brauchte: 3 Supermärkte, 2 Banken, 2 Blumenläden, Bäcker, Metzger… Falls etwas fehlte war Ansbach nur 20 min entfernt. Direkt in der Umgebung gab es Dinkelsbühl (die schönste Altstadt Deutschlands), jede Menge Reiterhöfe, tolle Wanderwege und für den Sommer: viele Seen :) 1h entfernt liegt Nürnberg und Würzburg ist auch nicht weit. Dies alles war für mich problemlos zu erreichen, da ich mir dank der Unterstützung der TK und des Bayrischen Hausärzte Verbandes einen Mietwagen leisten konnte. Ohne diesen wäre es glaub ich recht schwierig gewesen, deswegen konnte ich diese Famulatur auch nur antreten! Hier nochmal ein großes Dankeschön dafür!

 

Die Leute waren wie erwartet in Franken etwas… ruhiger. Aber sehr schnell waren auch diese aufgetaut und dann sehr nett und v.a. sehr hilfsbereit! Egal was war, immer wusste jemand Rat oder hat an jemanden verwiesen der helfen kann. Die MTA’s der Praxis haben auch immer versucht weiterzuhelfen oder mich auf spannende Fälle aufmerksam gemacht! Gerade von Ihnen konnte ich mir auch viel für den Patientenumgang auch in kritischen Situationen abgucken!

Ich als Neuling auf dem RTW hatte etwas Bedenken eher ein Hindernis zu sein, als zu helfen. Aber auch hier war die Besatzung so freundlich und hilfsbereit. Ich durfte auch einiges selbst machen und habe immer eine helfende und unterstützende Hand in meiner Nähe gehabt! Ich durfte sogar das Blaulicht und das Martinshorn bedienen ;)

Ach und das Beste: während meiner Famulatur im gerade mal 7. Semester, wurden mir bereits 3 Praxen zur Übernahme angeboten!

 

6.    Fazit

 

Es war ein absolutes Urlaubsfeeling, man hat viel gelernt, einfach unglaublich viele Facetten des Berufs kennengelernt, die Möglichkeiten die sich einem als Hausarzt bieten (z.B. sich frei entfalten zu können), die netten Menschen, die mich auch bei mir zu Hause besuchen kommen werden, die schönen Erlebnisse!

Ich hab es wirklich sehr genossen!

Ich kann es nur zu 100% absolut empfehlen und würde es auch wieder tun!

 

Blockpraktikum 02/2017-Erfahrungsbericht


 


„Insgesamt hat mir an diesem Praktikum einfach alles super gefallen. Das Engagement der Dres. Sitter überragt alles und hat mich tatsächlich davon überzeugt, dass Allgemeinmedizin - auch auf dem Land -  wirklich eine Überlegung wert ist.“

 

 

 

cand. med. Jana K. Ulbrich
9.Semester TU München

 

Nachdem ich bereits meine Allgemeinmedizin Famulatur in einer Gemeinschaftspraxis mitten in München absolviert hatte und leider nicht allzu begeistert davon war, beschloss ich für das Blockpraktikum eine Praxis auf dem Land zu suchen, um den Unterschied zwischen Land- und Stadtpraxen zu sehen. In welche Fachrichtung es für mich gehen soll, weiß ich noch nicht genau, allerdings zog ich vor dem Praktikum bei den Dres. Sitter die Allgemeinmedizin und das Landleben nie in Betracht…

Da ich höchst interessiert an Notfallmedizin bin und beide Ärzte auch Notärzte sind und super Bewertungen auf den Seiten meiner Uni haben, entschloss ich mich für zwei Wochen von der Großstadt aufs Land zu ziehen. Netterweise durfte ich im Rahmen der von Dr. Simon Sitter ins Leben gerufenen Initiative ÄsL -Ärzte schnuppern Landluft  kostenlos im Heim des Bayerischen Roten Kreuzes wohnen, wofür ich mich herzlich bedanken möchte.

In Bechhofen wurde ich von allen Seiten herzlich empfangen. Im BRK-Heim lernte ich schnell einige der BRK`ler kennen, die ich später bei einem Famulatur begleitenden Praktikum auch im Rettungswagen als 3. Besatzungsmitglied begleiten durfte.

Während des Praktikums waren alle Ärzte stets höchst engagiert, mir möglichst viel beizubringen und mich zum Nachdenken und kritischen Hinterfragen anzuregen. Auch die MFA’s waren super nett und immer hilfsbereit, die gesamte Stimmung in der Praxis empfand ich als sehr angenehm.


Anfangs war ich abwechselnd bei einem der Ärzte, schaute bei ihrer Gesprächsführung zu und durfte auch rasch schon eigene Gespräche mit den Patienten führen, die ich im Anschluss den Ärzten vorstellte. Außerdem begleitete ich einen der Ärzte fast täglich zu Hausbesuchen. Wir besprachen die interessanten Fälle nach und schauten gemeinsam Leitlinien sowie die aktuellen Impfempfehlungen durch. Fragen meinerseits waren stets willkommen, auch wenn die Praxis voll war, wurde sich hierfür immer mehr als genügend Zeit genommen. Ich durfte selbst sonographieren, mir wurde das Nähen, Impfen und intramuskuläres Spritzen beigebracht. Da ich zwischendurch nebenbei erwähnt hatte, gerne einmal den Intraossär-bohrer zu benutzen, durfte ich dies auch an einem Stück Schweineknochen tun. Auch mit der zu dieser Zeit ebenfalls anwesenden PJ-Studentin durfte ich Sprechstunden führen und eigenständig die Dinge vertiefen, die wir für besonders wichtig hielten.

Mein persönliches Highlight waren die zwei Tage, an denen Notarztdienst angesagt war. Die Einsätze fuhren wir von der Praxis aus, sodass die einsatzfreie Zeit mit der täglich anfallenden Arbeit in der Praxis gedeckt wurde. Die Atmosphäre während der Einsätze war durchgehend ruhig, egal wie schwer der Einsatz war, und ich hatte nie das Gefühl überfordert zu sein, was mir sehr wichtig war.

Was auch hervorzuheben ist, ist das persönliche Engagement der Dres. Sitter in der Studentenbetreuung:  So wurde ich am Tag meiner Ankunft vom Bahnhof abgeholt, wir gingen im Laufe der Woche zusammen Sicherheitsschuhe für mich und die zukünftigen Generationen von Studenten für die Zeit beim Rettungsdienst einkaufen und nachdem ich einmal kurz erwähnt hatte, dass es (bei Außentemperatur -15°C)  im Badezimmers des BRK-Heims etwas kühler wurde, brachte Dr. Simon Sitter mir sofort einen Heizlüfter vorbei.

Insgesamt hat mir an diesem Praktikum einfach alles super gefallen. Das Engagement der Dres. Sitter überragt alles und hat mich tatsächlich davon überzeugt, dass Allgemeinmedizin - auch auf dem Land -  wirklich eine Überlegung wert ist. Und mein Wunsch Notärztin zu werden, hat sich definitiv weiter gefestigt.

Zuletzt möchte ich mich bei allen Praxismitarbeiterinnen, den BRK`lern und vor allem natürlich Dr. Simon und Dr. Sören Sitter von tiefstem Herzen bedanken. Wenn es zeitlich einzurichten ist, möchte ich auf jeden Fall wieder kommen.

Liebe Grüße von der TU München, Jana

 

 

Famulaturbericht März 2016

 

 cand. med. Liza Töller

Universität München (TU)

 

„Unter Allgemeinmedizin konnte ich mir bisher nicht viel vorstellen. Doch das Fach und die Arbeit haben mich so sehr fasziniert und Spaß gemacht, dass ich mir überlege, auch mein Wahltertial im PJ in einer Landarztpraxis zu machen – vorzugsweise wieder in Bechhofen bei den Dres. Sitters“.

 

 

Nachdem ich bereits mein Allgemeinmedizin-Blockpraktikum bei den Dres. Sitter im November 2015 absolviert hatte, war ich nun sehr gespannt was mich im März in Bechhofen erwarten würde. Ich hatte hohe Erwartungen an meine Famulatur, die nicht enttäuscht wurden.

Tätigkeiten

Zu meinen Haupttätigkeiten gehörten unter anderem, ähnlich wie im BP, die Teilnahme an Akutsprechstunden, Vorsorgeuntersuchungen mit Patienten der Praxis und Hausbesuchen sowie die Begleitung des Notarztdienstes in Bechhofen. Es war sehr interessant Krankheitsverläufe mit zu verfolgen und schon bekannte Patienten wieder zutreffen.

Betreuung

Vom gesamten Praxis-Team wurde ich wieder herzlich willkommen geheißen. Die Lehre und Betreuung durch Dr. Sören Sitter und Dr. Simon Sitter war wieder hervorragend, da sie sich immer Zeit nahmen, um ausführlich meine Fragen zu beantworten und unklare Sachverhalte zu erklären. Die beiden sind sehr engagierte Ärzte die gerne ihr Wissen weitergeben und Spaß am Unterrichten von Studierenden haben!

Da ich mich für die Palliativmedizin interessiere, war es für mich sehr spannend die Entwicklung der intensivbetreuten Patienten mitzuerleben. Ich bekam vertiefende Einblick in die komplexe Einstellung und Umstellung von Schmerzmedikation sowie die organisatorischen Herausforderungen der ambulanten palliativmedizinischen Versorgung. Mir wurde dabei gezeigt, wie wichtig die Begleitung der Angehörigen insbesondere in der präfinalen Phase und im Sterbeprozess ist. Das Gelernte konnte ich direkt in meinem Palliativessay anwenden, wobei mir geholfen wurde einen passenden Patientenfall auszusuchen.

Lehrreich waren auch die psychologischen Beratungsgespräche, wobei ich Einblicke in die Psychosomatische Gesprächsführung und den Umgang mit „schwierigen Patienten“ bekam.

Persönliche Eindrücke

Freundlicherweise durfte ich wieder in einem -für Studierende kostenfrei bereitgestelltem Zimmer im BRK-Heim wohnen. Dort fehlte es mir wieder an nichts, denn eine voll ausgestatte Küche, ein Bad, eine frei nutzbare Waschmaschine sowie W-Lan und Radio waren vorhanden.

Am Tag meiner Ankunft bekam ich wieder ein E-Bike zur Verfügung gestellt, mit dem ich jeden Tag zur Praxis fahren konnte. Wenn das Wetter mitspielte bin ich in der Mittagspause zum Krummweiher gefahren (10min mit dem E-Bike s.a.: http://www.krummweiher.de/ ) und habe dort die Sonne und Natur genossen.

Ich wurde während meines Aufenthaltes von der Wasserwacht Bechhofen eingeladen beim Mittwochs- Kinder-und Jugendschwimmtraining mit zu machen. Dort konnte ich mich sogar im theoretischen Reanimations- Unterricht der Wasserwacht- Jugend einbringen und danach an der Puppe auch noch mal selbst den Ablauf üben. Anschließend wurde ich zum Wasserwacht- Stammtisch eingeladen, bei dem ich dann jede Woche wieder willkommen war.

Neben meiner Tätigkeit in der Praxis durfte ich jederzeit als drittes Besatzungsmitglied auf dem RTW mitfahren. So konnte ich in Wochenend –und Nachtdiensten praktische Erfahrungen sammeln. Die diensthabenden RA/RS beantworteten immer gerne meine Fragen  und ich konnte sehr viel lernen.

Am Wochenende traf ich mich mit einer Studentin, die eine Famulatur in einer Hausarztpraxis in einem Nachbarort absolvierte. Mit den zur Verfügung gestellten E-Bikes machten wir Radl-Touren durch die Umgebung, wie z.B. nach Dinkelsbühl (http://www.tourismus-dinkelsbuehl.de/ihr-urlaubsort/stadtrundgang/) , wo wir die wunderbare Altstadt besichtigten oder den Hesselberg ( http://www.hesselberg.de/ ) hinauf, welcher mit wunderbarer Aussicht belohnte. Wir hatten sehr viel Spaß, denn auch die Einkehr in Wirtshäuser darf bei solchen Ausflügen nicht fehlen und wenn man sich Verfährt - lernt man die Gegend umso besser kennen.

Dr. Simon Sitter hatte immer gute Vorschläge für die Freizeitgestaltung und in der Sammlung von regionalen Führern und Broschüren konnte ich mir einen guten Überblick über die Sehenswürdigkeiten und Angebote der Region verschaffen. Er vermittelte auch den Kontakt zu der anderen Studentin und stellte das zweite E-Bike für unsere Ausflüge zur Verfügung.

Resümee

Die Mischung aus ausgezeichneter Lehre und Betreuung, sozialer Anbindung über das BRK & die Wasserwacht, sowie Natur- und Freizeitangebot der Hesselbergregion und des fränkischen Seenlandes, machten die Famulatur zum vollen Erfolg!

Rückblickend war es in jedem Fall die richtige Entscheidung nochmals nach Bechhofen zu kommen. Nachdem das Blockpraktikum schon einen kleinen Vorgeschmack gegeben hatte, konnte ich mir in den 4 Wochen ein lebhaftes Bild von dem umfang- und abwechslungsreichen Alltag eines Landarztes machen.

Nachdem ich mir vorher nicht viel unter Allgemeinmedizin vorstellen konnte, hat mich das Fach sehr fasziniert und mir die Arbeit sehr viel Spaß gemacht. Sogar so sehr, dass ich mir überlege, mein Wahltertial im PJ in einer Landarztpraxis zumachen, vorzugsweise wieder in Bechhofen bei den Dres. Sitters.

 

Bericht zum Blockpraktikum Februar 2016

 

 

 

„Ich konnte einen sehr guten Einblick in die allgemeinmedizinische Tätigkeit auf dem Land mit all ihren Facetten erhalten. Die Praxis Dres. Sitter ist sehr gut auf die Ausbildung von Studenten eingestellt, ein Praktikum dort kann ich nur weiterempfehlen!“

 

 

 

 

cand. med. Ulrike Fleischmann

10.Semester Universität Erlangen

 

 

Im Rahmen meines Studiums habe ich im Februar 2016 ein zweiwöchiges Blockpraktikum in der Praxis Dres. Sitter absolviert. Für die Praxis habe ich mich entschieden, da ich selbst aus der ländlichen Region komme und mich daher der Ablauf und das Tätigkeitsfeld in Landarztpraxen sehr interessiert.

 

Tätigkeitsbereiche

Die Aufgaben in der Praxis waren sehr vielfältig. Während der Sprechstunden konnte ich bei der Patientenbetreuung und Untersuchung mitwirken. Sowohl von Dr. Simon Sitter als auch von Dr. Sören Sitter wurde hierbei sehr viel erklärt, wodurch zum einen bereits vorhandenes Wissen vertieft werden konnte und zum anderen neu erlerntes sogleich gut verankert wurde. Nachfragen bei Unklarheiten waren erwünscht und trotz des teilweise sehr hohen Patientenaufkommens jederzeit möglich. Untersuchungstechniken wurden ausführlich demonstriert und geübt, was eine weitere Sicherheit in der Anwendung der theoretischen Grundlagen brachte. In der zweiten Woche durfte ich bereits eigenständig bei Patienten die Anamnese erheben, körperliche Untersuchungen durchführen und Therapiemaßnahmen vorschlagen. Die Ergebnisse habe ich anschließend den Ärzten vorgestellt, woraufhin diese nochmal nachkontrolliert und besprochen wurden. Neben den regulären Sprechzeiten wurde es mir außerdem ermöglicht bei Haus- und Palliativbesuchen mitzufahren. Dies war sehr interessant und lehrreich, da Hausbesuche gerade am Land einen wichtigen Teil der ärztlichen Versorgung ausmachen. Ein weiteres Highlight war außerdem die Mitfahrt bei Notarzteinsätzen.

Neben diesen Tätigkeiten wurden mir noch viele weitere Sachen gezeigt, ich konnte an Disease Management Programmen und einem Notfallkurs teilnehmen, bei Wundversorgungen, Sonographien und im Labor zusehen und Einblicke in die Praxisorganisation bekommen.

 

Betreuung

Die Betreuung durch Dr. Simon Sitter und Dr. Sören Sitter war hervorragend, es fand fast immer eine 1 zu 1 Betreuung statt, was eine individuelle und detaillierte Lehre ermöglichte. Beide Ärzte haben mich in den 2 Wochen sehr gut gefördert und mir Sicherheit in der Patienteninteraktion gegeben. Auch die sehr kompetenten MFAs haben mich gut aufgenommen, mir viel von ihrer Arbeit gezeigt und Fragen freundlich und aufschlussreich beantwortet. Insgesamt fühlte ich mich sehr gut in das Team integriert.

 

Fazit

Zusammenfassend ist zu sagen, dass das Praktikum sehr lehrreich und aufschlussreich war, ich konnte einen sehr guten Einblick in die allgemeinmedizinische Tätigkeit auf dem Land mit all ihren Facetten erhalten. Die Praxis ist sehr gut auf die Ausbildung von Studenten eingestellt, ein Praktikum dort kann ich nur weiterempfehlen.

 

Famulaturbericht Februar 2016 Anna Sichermann

 

„Allen, die zum Landarzt nach Bechhofen zur Famulatur kommen, kann ich nur sagen: Diese Landluft die ihr hier schnuppern werdet, wird für immer in eurem Riechgedächtnis gespeichert bleiben und nützlich sein, egal für welche Facharztrichtung ihr euch später entscheidet!“

 

 

 

 

 

 

 

Anna Sichermann

Universität Würzburg

 

Bei meiner Famulatur bei den Landärzten Dres. Simon und Sören Sitter erlebte ich die komplette Vielseitigkeit des Allgemeinarztberufes. Jeden Tag erwartete mich ein gefülltes Wartezimmer mit Patienten, die alle den Hausarzt als ersten Ansprechpartner für sämtliche Krankheiten aufsuchten. Hinzu kamen natürlich noch die Hausbesuche und Altenheimvisiten.

Vom ersten Tag an wurde ich an die Hand genommen und bekam bei meiner Ankunft ein professionell durchdachtes Lehrkonzept präsentiert, indem ich durch eine Art Stundenplan und eine Liste mit den häufigsten hausärztlichen Behandlungskonsultationen einen Anhaltspunkt zum Ablauf hatte.

Bewaffnet mit einem zur Verfügung gestellten Namensschild und der üblichen Untersuchungs-Hardware, ging es auch schon los. Zunächst lernte ich die Arbeiten der MFAs kennen und durfte auch schon bei der Blutabnahme im Labor mithelfen und die ersten Venen anzapfen. Dabei gewann ich dann auch den ersten Einblick in das EDV-System und die Dokumentation. Dann ging es die nächsten Tage weiter mit EKG, Lufu und DMP-Sprechstunde. Die MFAs waren dabei mir gegenüber stets freundlich, offen für Fragen und gaben mir viel Anleitung. Dies empfand ich als einen wichtigen Teil der Lehre, da man so erst mal in alles ein wenig hineinschnuppern konnte und auch die Mitarbeiter der Praxis erst einmal näher kennen lernte.

Schließlich folgte selbstverständlich auch die Königsdisziplin der Hausarzttätigkeit: Die Sprechstunde. Hier konnte ich nun das komplette Spektrum von der U-Untersuchung beim Kleinkind bis hin zur Vorsorgeuntersuchung ab 35 kennenlernen und auch zum Teil selbst mituntersuchen. Beide Ärzte waren stets bemüht mir die Abläufe der Untersuchungen sowie Diagnosestellung und Therapien zu erläutern. Zwischenrein konnte ich immer Fragen loswerden und auch mir wurden häufig Fragen gestellt. Somit konnte ich aktiv mit am Geschehen teilhaben, was auch im Hinblick auf mündliche Prüfungen hilfreich war. Dazu wurden fachlich mit mir die wichtigsten Leitlinien („Brennen beim Wasserlassen“, „Atemwegsinfekt“, „Brustschmerz“ u.a.) passend zu den zehn häufigsten Konsultationen vertieft. Dabei wurden mir dann auch kleine Hausaufgaben nahegelegt, um gewisse Themen einfach nochmal zu vertiefen. Stets wurde sich auch nach meinen Wünschen und eventuellen Anregungen erkundigt und darauf eingegangen, wenn ich nochmal etwas genauer wissen wollte. Zum Beispiel bin ich nun durch meine Famulatur mit der Sonographie um einiges vertrauter. Am Ende habe ich dann auch mal selbst den Schallkopf in die Hand bekommen und selbst die Schilddrüse bei Patienten untersucht sowie mit einer anderen Studentin eine gegenseitige Schalluntersuchung durchgeführt.

Auch durfte ich einiges erfahren, was die Organisation und das Management einer Hausarztpraxis angeht und in Wirklichkeit erleben. Ab und zu kamen auch Vertreter aus der Pharmaindustrie, wobei ich dann auch gleich meine pharmakologischen Kenntnisse auffrischen und erfahren konnte, was sich auf dem Markt und in der Forschung tut. Hierbei lernte ich auch nochmal vieles über die Aussagekraft und die kritische Beurteilung von Studien.

Schließlich durfte ich zusammen mit einer weiteren Studentin Patienten voruntersuchen, wodurch man so die Arbeitsweise nochmal besser mitbekommen und gemeinsam voneinander lernen konnte.

Nebenbei bekamen wir Studenten nochmal wichtige Techniken wie Naht, Verbände und Impfen gezeigt, um schließlich auch selbstständig Spritzen zu verabreichen und Fäden zu entfernen. Dabei ergab sich für mich die Gelegenheit, meine erste Wunde nicht in irgendeiner chirurgischen Abteilung zu nähen, sondern in der Hausarztpraxis!

Außerdem lernte ich im Rahmen dieser Famulatur die Notfallmedizin näher kennen, da beide Ärzte als Notärzte tätig sind und immer auch einen von uns Studenten zu Einsätzen aus der Praxis mitnahmen. Während dieser vier Wochen war es für die Mitarbeiter wieder so weit, ihre jährliches Praxisnotfalltraining und Reanimationstraining zu erhalten. Diesem durften auch wir Studenten beiwohnen und so lernte ich auch noch das Intubieren an der Puppe und die wichtigsten Fakten und Handgriffe im Notfall.

Insbesondere bei den regulären Hausbesuchen und den Besuchen im Rahmen der ambulanten, palliativen Versorgung und Visiten im Altenheim konnte ich sehr viel lernen, was den zwischenmenschlichen Kontakt und die Kommunikation mit den Patienten angeht. Hierbei konnten die Ärzte mit ihrer Art und Freude am Beruf den schwer kranken Patienten und ihren Angehörigen in vielerlei Hinsicht helfen, zum Teil allein durch Gespräch und Gesten der Menschlichkeit.

Insgesamt empfand ich den Arbeitsablauf und das Arbeitsklima unter den Angestellten der Praxis als sehr angenehm. Beide Ärzte arbeiten auf jeweils individuelle Art sehr strukturiert und haben ihren festen Arbeitsablauf. Dabei hatten sie auch an vollen Tagen immer noch ein offenes Ohr für uns Studenten. Auch bei den Untersuchungstechniken und sonstigen Methoden erhielt ich wertvolle Tipps und Tricks und es war auch kein Problem, wenn man in manchem noch nicht so fit war - man wurde angeregt die wichtigsten Punkte gezielt anhand zur Verfügung gestellter Literatur nochmal nachzulesen. So entstand eine angenehme Lernatmosphäre und ich durfte erfahren, wie man gute Medizin auf dem Land macht, wobei mir auch aufgezeigt wurde, wie man ich als Arzt nebenher im Privaten Ausgleich wahren kann.

Ich danke hiermit nochmals den MFAs der Praxis. Ich habe mich dank euch von Anfang an ins Team integriert gefühlt. Danke, dass ihr mich über eure Schulter habt schauen lassen und mir mit eurem kameradschaftlichen Umgang untereinander ein familiäres Gefühl vermittelt habt. Danke euch beiden Ärzten für die professionelle Anleitung und Lehre. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal vielleicht zum Blockpraktikum zurückkommen dürfte. Des Weiteren gilt mein Dank allen Patienten. Ich habe von ihnen stets Bereitschaft und Offenheit mir gegenüber erfahren.

Allen, die zum Landarzt nach Bechhofen zur Famulatur kommen, kann ich nur sagen: Diese Landluft die ihr hier schnuppern werdet, wird für immer in eurem Riechgedächtnis gespeichert bleiben und nützlich sein, egal für welche Facharztrichtung ihr euch entscheidet.

 

Zeitungsbericht "Beim Landarzt in Bechhofen"

Beim Landarzt in Bechhofen

Eine österreichische Medizinstudentin im Fränkischen Seenland.

Artikel- Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Techniker Krankenkasse
Landesvertretung Bayern
Postfach 4926, 90027 Nürnberg

Artikel/ Photos: Herr Peter Schieber

 

Bechhofen in Mittelfranken liegt  rund 18 km von der Bezirkshauptstadt Ansbach, dem Fränkischen Seenland und den nächsterreichbaren Krankenhäusern entfernt. Die Gemeinschaftspraxis Dres. Sitter ist Akademische Lehrpraxis für Allgemeinmedizin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Technischen Universität München. Die Praxis wurde vor 42 Jahren gegründet. Dass jetzt zwei junge Hausärzte die Landpraxis führen, widerspricht dem bundesweiten Trend des Hausärztemangels.

Die Ärzte

Dr. Simon Sitter ist Mentor für Ärzte in Weiterbildung des Hausärzteverbandes. Sein Bruder Sören ist ehrenamtlich 1. Vorsitzender des Fördervereins des Rettungsdienstes Bechhofen und Umgebung. Beide Hausärzte sind auch als Notärzte aktiv und engagieren sich als Bereitschaftsärzte des BRK. Sein praktisches Jahr hat Dr. Simon Sitter in Heidelberg und Bombay absolviert.

 

Dass Famulantin Ingrid Stark gebürtig aus Österreich kommt, weckt Erinnerungen an sein eigenes Studium. Neben Bali famulierte er nämlich auch in der österreichischen Hauptstadt Wien.

 

Die Medizinstudentin

Cand. med. Ingrid Stark ist 22 Jahre jung und kommt nun in das 7. Semester ihres Studiums an der Universität Würzburg. Sie hat Interesse an der hausärztlichen Primär- und Vollversorgung. Aber nur auf dem Lande. Hausärztin in der Stadt schließt sie kategorisch aus. "Stadtnah geht der Patient schnell an die Uni-Klinik oder den Facharzt und wird vom Hausarzt oft nicht weiterbehandelt". Wenn Hausarzt, dann Landarzt, denn der bleibt stets der erste Ansprechpartner seiner Patienten. Er plant und koordiniert selbst die Behandlung und Facharztbesuche, was meist effektiver ist. Er verfolgt die Patientengeschichte, begleitet den Patienten bis in die Nachbehandlung und darüber hinaus.

 

Über die DEGAM-Famulaturbörse (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin) hat sie von Dr. Sitters Ausbildungsangebot erfahren. Da sie eine Unterkunft vor Ort benötigt, war die Auswahl eingeschränkt. Jetzt ist sie im örtlichen BRK-Heim untergebracht. Als sie mit der Famulatur begann, war das Zimmer dort noch belegt. Deshalb wohnte sie zwei Wochen auf einem Ferienbauernhof. Bezahlt von der TK-Famulaturförderung.

 

Dr. Simon Sitter hat gerade die Vertretung für drei Ärzte übernommen. Ein 12-Stunden-Arbeitstag ist deshalb auch für Ingrid Stark nichts Ungewöhnliches. Dass Terminplanung im ambulanten Bereich nur begrenzt möglich ist, hat die Studentin rasch verinnerlicht. Dass dieses Arbeiten in einer Gemeinschaftspraxis - wie bei den Arzt- Brüdern - auch mit Familie und Privatleben vereinbar ist, erlebt sie ebenfalls.

 

Meist ist die Famulantin dabei, wenn einer der Ärzte tätig ist. Sie impft bereits selbständig, nimmt Blut ab, zieht Fäden und untersucht die Patienten.

 

Durch Aushang und persönliche Ansprache werden die Patienten über die Anwesenheit der Studentin informiert. Wer sie nicht dabei haben möchte, kann ablehnen. Dies hat bisher nur ein einziger Patient getan: Ein Mann, dem die Anwesenheit der jungen Frau peinlich gewesen wäre.

 

Die junge Österreicherin lernt auch vieles über die deutsche Praxisorganisation, das Bestellwesen, Abrechnungsvorgänge etc. Manches erscheint (nicht nur ihr) unnötig kompliziert. Die Weiterbildungsangebote und Kliniken der näheren Umgebungen konnte sie schon kennenlernen.

 

Auch an den Wochenenden bleibt Ingrid Stark in Bechhofen. Zu Festlichkeiten in der Gemeinde wird sie schon eingeladen. Als vor kurzem das neue Feuerwehrauto im Ortsteil Königshofen eingeweiht wurde, war sie dabei. Die Gegend hat sie bereits mit dem von der Praxis gestelltem E-Fahrrad erkundet. Besonders das Seenland und den Hesselberg.

 

Die Arbeit vor Ort

In der Praxis lassen die Ärzte gezielt die zehn häufigsten Behandlungsanlässe einüben. Vormittags ist meist Praxis-Sprechstunde, nachmittags sind meist Hausbesuche zu absolvieren.

 

Ärzte und Patienten kennen sich teilweise schon über Generationen. Das Verhältnis ist oft fast familiär. Die Studentin findet das großartig. Neben dem Praktikum darf sie bei Notarzteinsätzen mitfahren und nimmt an haupt- und ehrenamtlichen BRK-Tätigkeiten teil. Für die Übungen hat man ihr spezielle Sicherheitskleidung und Sicherheitsschuhe besorgt.

 

Die Dres. Sitter hatten im Jahr 2015 schon vier Famulanten. "Es ist nicht die Frage, was die Studierenden in einer Landarztpraxis für den Arztberuf mitnehmen können, sondern was sie später nicht gebrauchen können", so Dr. Simon Sitter. "Es gibt in der Haus- und Familienmedizin alles: von der Geburt bis zur Leichenschau. Über den gesamten Zeitraum begleiten und versorgen wir unsere Patienten in allen Lebenslagen." Bei den Arzt-Brüdern heißt es des Öfteren "Schicke mir die Studentin rüber, ich habe da etwas Interessantes."

 

 

Highlight war für Ingrid Stark bisher ein Hubschrauber-Einsatz direkt vor der Praxis. Der Patient hatte Verdacht auf Herzinfarkt. Einweisungen mit Notarztbegleitung kommen öfter vor, der Hubschrauber hat sie aber doch beeindruckt.

 

 

Dr. Simon Sitter und Studentin Ingrid Stark              cand. med. Ingrid Stark impft bereits selbständig

          untersuchen einen Patienten;  

 

Die Famulaturförderung

Dr. Simon Sitter sieht bei Medizinstudierenden durchaus Interesse an Famulaturen auf dem Land. In Bechhofen versuchen die Dres. Sitter nach dem Motto "Ärzte schnuppern Landluft", Famulaturen zu ermöglichen. Oft sind die Möglichkeiten von Landarztfamulaturen für Studenten jedoch begrenzt. Es scheitert häufig schon an fehlenden, kostenfreien Unterbringungsmöglichkeiten. Dr. Simon Sitter: "Ohne das Förderprogramm von Techniker Krankenkasse und Bayerischem Hausärzteverband hätte ich die Studentin nie hierher bekommen. Und wer das Landarztdasein während des Studiums nicht kennenlernen kann, lässt sich später kaum als Hausarzt auf dem Land nieder."

 

Bericht zum Blockpraktikum Novomber 2015

Vom 11. November bis zum 20. November 2015 durfte ich in der Praxis Dres. Sitter ein zweiwöchiges Blockpraktikum der Allgemeinmedizin absolvieren. Zu meinen Haupttätigkeiten gehörten unter anderem die Teilnahme an Sprechstunden mit Patienten der Praxis, Hausbesuchen und des Notarztdienstes in Bechhofen. 

 

Motivation

Da ich mir zum jetzigen Zeitpunkt meines Studiums noch nicht sicher bin, in welcher Fachrichtung ich mich nach meinem Abschluss weiterbilden möchte, habe ich großen Wert darauf gelegt, mein Praktikum in einer Praxis zu absolvieren, die mir einen möglichst breiten Einblick in die Allgemeinmedizin bieten kann. Deshalb habe ich meine Suche nach einem Praktikumsplatz bewusst auf Praxen in ländlichen Regionen fokussiert. Auf der Famulatur Börse der DEGAM bin ich auf das Angebot der Dres. Sitter gestoßen und habe somit die für mich passende Stelle gefunden. 

 

Tätigkeiten
Während meines zweiwöchigen Blockpraktikums habe ich sehr viel gelernt und durfte zahlreiche neue Eindrücke sammeln. Aufgrund der ständig neuen und interessanten Fälle und den abwechslungsreichen Tätigkeiten in der Praxis Dres. Sitter war mein Praktikum dort sehr kurzweilig.

 

Ich konnte meine theoretischen Kenntnisse aus meinem Studium durch praktische Erfahrungen nicht nur ergänzen, sondern auch vertiefen und festigen. Ich durfte als Praktikantin am beruflichen Alltag eines Hausarztes teilnehmen. Dazu gehörten zum Beispiel Hausbesuche, psychologische Beratungsgespräche, die Leichenschau, Vorsorgeuntersuchungen, hausärztlicher Notdienst sowie Notarztdienste. Ich durfte mich aber auch in Akut-Sprechstunden einbringen oder bei Disease-Management-Programmen beisitzen.

Durch das Erledigen von kleinen „Hausaufgaben“, die mir die Dres. Sitter aufgetragen haben, wurde ich zudem zum Selbststudium angeregt und motiviert nach Feierabend noch Erlerntes zu vertiefen oder Wissenslücken zu füllen. 

 

Darüber hinaus konnte die gemeinsame Aufarbeitung von der ambulanten rationalen Antibiotikatherapie, die Anwendung der neuen oralen Antikoagulanzien sowie die Hypertonie Therapie viele Fragen meinerseits klären.

 

Die Gesundheitspolitik aus Sicht eines Allgemeinmediziners sowie die Praxisorganisation kennenzulernen, waren zudem sehr interessante Facetten meines Praktikums, da diese Aspekte der Medizin in meinem Studium weitgehend vernachlässigt werden.

 

Besonders faszinierend waren allerdings die Einblicke in die Notfallmedizin, was in der Praxis Dres. Sitter sowohl theoretischen Unterricht als auch das Mitfahren beim Notarzt umfasste. Dies war für mich gerade deshalb so interessant, da ich bislang noch keine Berührungspunkte zur Notfallmedizin hatte.

 

Neben meinen Tätigkeiten in der Praxis hatte ich noch die Möglichkeit, ein Praktikum beim Rettungsdienst des BRK Bechhofen zu machen. Die Haupt- und Ehrenamtlichen haben mit mir sogar ein praktisches Reanimationstraining mit AED gemacht und ich durfte einen Erste Hilfe Kurs besuchen.

 

Das Betriebsklima in der Praxis Dres. Sitter war sehr entspannt und freundschaftlich, sodass ich großen Spaß daran hatte, praktische Erfahrungen zu sammeln. 

 

Betreuung

Die Betreuung von Dr. Simon Sitter und Dr. Sören Sitter war wirklich ausgezeichnet. Ihre angenehme Art hat zu einer entspannten Lernatmosphäre beigetragen, in der ich keine Scheu davor haben musste, Fragen zu stellen oder Fehler zu machen. Sie hatten auch stets Verständnis mit mir, wenn ich etwas noch nicht wusste, weil ich mit einem Krankheitsbild noch nicht vertraut genug war oder noch Wissenslücken hatte.


Trotz betriebsamer Sprechstunden haben sie sich die Zeit genommen, die Patientenfälle mit mir zu besprechen und meine Fragen zu beantworten. Sie sind bestmöglich auf meine Interessen und Wünsche eingegangen - trotz der nur sehr kurzen Praktikumsdauer und dem vollgepackten Programm der TU München. 

 

Hohe fachliche Kompetenz, Begeisterung und Engagement für den Patienten zeichnen die beiden Ärzte aus.

 

Auch von dem kompetenten MFA- Team wurde ich sehr freundlich und hilfsbereit aufgenommen. Sie waren stets bereit, mir Dinge zu erklären und meine Fragen zu beantworten.

Die gute Zusammenarbeit der Ärzte und MFAs sowie die effektive Praxisorganisation haben mich besonders beeindruckt.

 

Darüber hinaus haben mir vor allem die praktische Herangehensweise und das breite Spektrum der Allgemeinmedizin in der Praxis Dres. Sitter imponiert. Allein während meines zweiwöchigen Praktikums bin ich Fällen aus der Kinderheilkunde, Dermatologie, Orthopädie, der Inneren Medizin, Psychosomatik, Chirurgie, Prävention sowie Geriatrie begegnet.

 

Unterkunft

Dank des BRK und der ÄsL(Ärzte schnuppern Landluft)-Initiative konnte ich im BRK-Heim Bechhofen wohnen.

Ohne die gestellte Unterkunft wäre das Blockpraktikum in Bechhofen für mich nicht möglich gewesen, weshalb ich umso dankbarer bin, dass mir von ihnen diese Erfahrungen ermöglicht wurden.

Ich wurde sehr freundlich und interessiert von den haupt-und ehrenamtlich Tätigen des BRK aufgenommen.

Mir fehlte an nichts und ich hatte immer freundliche und hilfsbereite Ansprechpartner bei Fragen.

Des Weiteren wurde mir ein E-bike gestellt, womit ich in Bechhofen und Umgebung fahren konnte.

 

Ich möchte mich ausdrücklich bei Dres. Sitter, dem MFA-Team, bei den haupt-und ehrenamtlich Tätigen des BRK, der ÄsL-Initiative und den Patienten bedanken.

Ich habe mich immer willkommen gefühlt und konnte durch ihr Engagement viel lernen und authentische Einblicke in die ländliche Hausarztmedizin bekommen.

Des Weiteren hätte ich ohne die Offenheit der Patienten, die mir oft sehr private Einblicke gewährten, nie so viel lernen können.

Dass ich nächstes Jahr für eine einmonatige Famulatur in der Allgemeinmedizin nach Bechhofen, in die Hesselbergregion und das fränkische Seenland wiederkommen darf freut mich sehr!

 

Famulaturbericht September 2015

 

Meine Famulatur in Bechhofen hat mir ein Bild gezeigt, dass der Wunschvorstellung meiner eigenen Zukunft sehr nahe kommt.

Für mich steht fest, dass es mich wieder aufs Land zieht.

 

 

Ich wählte die Praxis in Bechhofen für meine Zeit, weil ich auf's Land wollte, eine Unterkunft brauchte und ich mir schon lange mal die notärztliche Tätigkeit aus der Hausarztpraxis ansehen wollte. In meiner Unterkunft im BRK-Heim fühlte ich mich aufgrund meines eigenen Engagements im BRK sofort zu Hause. Ehrlich gesagt habe ich immer noch ein schlechtes Gewissen, dass ich mich nicht noch mehr revangieren konnte.

 

Der ÄsL-Initiative und dem BRK habe ich diese wunderbare und lehrreiche Zeit überhaupt erst zu verdanken. Es freute mich auch zu sehen, dass man selbst als Arzt noch so sehr in der Bereitschaft engagiert sein kann.

Fachlich halten sich die Ärzte in der Praxis stets up to date und gehen über die schulmedizinischen Regeln hinaus, die klassisch auch an der Universität gelehrt werden, auch komplementärmedizinisch auf die Belange der Patienten ein.

 

Einen unverfälschten Einblick in Land und Leute erhielt ich immer durch die Begleitung der Hausbesuche. Dass ich stets sehr offen und herzlich willkommen war, freut mich besonders. Bewundernswert ist das Praxisteam, das durch den Generationenwechsel der Ärzte anscheinend noch stärker zusammen gewachsen ist.

 

Besonders profitiert habe ich von der Anwesenheit einer weiteren Famulantin. Zusammen haben wir vorab Patienten untersucht und diese dann unseren Lehrärzten vorgestellt. Auch das gemeinsame Besprechen von konkreten, realen medizinischen "Fällen" motiviert maximal. Gegenseitiger Unterricht festigt das Wissen darüber hinaus.


Heute läuft mein Semester schon wieder und ich quäle mich häufig durch die vollen Züge in U- und S-Bahn. Da sehne ich mich immer sehr an meine Zeit in Bechhofen zurück. Ich denke, dass man die Vorzüge des ländlicheren Lebens sehr schnell vergisst, doch in der Stadt werden sie einem schnell wieder bewusst.


Für mich steht fest, dass es mich wieder aufs Land zieht.

 

Famulaturbericht September 2015

 

 

 

„Diese Famulatur hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen.

Ich bin für meine lehrreiche und interessante Zeit sehr dankbar und hoffe vielleicht wieder einmal zurückkehren zu dürfen.

 

 

cand.med. Ingrid Stark

Universität Würzburg

 

Motivation für Bewerbung Famulatur auf dem Land

Da die Hausarztfamulatur eine Pflichtfamulatur ist, war für mich die Überlegung, ob ich sie entweder in meinem Studienort Würzburg absolviere oder aufs Land gehe, wobei ich dann eine Unterkunft benötigen würde. Die Entscheidung für die Landarztpraxis beruht auf meiner Überlegung, dass sich in Würzburg in unmittelbarer Nähe die Universitätsklinik sowie verschiedenste niedergelassene Fachärzte befinden. Daher ist der Hausarzt dort oft nicht die erste Anlaufstelle für den Patienten bzw. nicht in die Mit- sowie Nachbehandlung eingeschlossen, dadurch entsteht auch keine so enge Arzt-Patienten-Beziehung und man ist als Hausarzt manchmal nicht voll im Bilde über seine Patienten.

 

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Die lehrbeauftragten Ärzte Dres. Simon und Sören Sitter sind extrem engagierte Ärzte und sind nicht nur in der Schulmedizin, sondern auch in der Homöopathie sehr bewandert. Sie erklären alles und beantworten alle Fragen und sollte es einmal vorkommen, dass auch sie keine Antwort wissen, wird gemeinsam die  Lösung recherchiert. Mein Tätigkeitsfeld war sehr vielfältig, ich durfte Blut abnehmen, impfen, Fäden ziehen, Patienten voruntersuchen und vieles mehr. Dres. Simon und Sören Sitter sind sehr flexibel und versuchen auf die Wünsche der Studenten einzugehen, natürlich unter der Voraussetzung, dass die „passenden“ Patienten dazu in die Praxis kommen. Dres. Simon und Sören Sitter sind sehr kompetente und engagierte Ärzte, die sich sowohl um ihre Patienten als auch um die studentische Weiterbildung sehr intensiv bemühen. Sie erklärten mir vieles und beantworteten sämtliche meiner Fragen, selbst dann noch wenn aufgrund von Vertretungen anderer Ärzte das Patientenaufkommen sehr hoch war. Auch auf persönliche Interessen/Wünsche haben sie besondere Rücksicht genommen und diese, so gut wie möglich, in die Ausbildung mit einbezogen. Ich durfte verschiedenste Tätigkeiten ausführen, die ich in meinem Studium bereits erlernt hatte und von denen sie sich zuvor überzeugt hatten, dass ich sie beherrsche. Außerdem konnte ich noch einige neue Fertigkeiten erwerben, die ich unter Aufsicht üben konnte. Dies gab  mir das Gefühl nie überflüssig zu sein.

Die meiste Zeit verbrachte ich in den Arztzimmern, wo ich mir die tägliche Sprechstunde und die Vorsorgeuntersuchungen ansehen konnte. Danach ging es meist auf Hausbesuche und am Nachmittag wieder in die Sprechstunde. Zwischendurch konnte ich immer auch kleinere Aufgaben verrichten, wie zum Beispiel Impfen oder Fäden ziehen. Auch so manchen Notfall konnte ich miterleben, beispielsweise die Landung eines Notarzthubschraubers direkt vor der Praxis (wenn auch nur, weil der bodengebundene Notarzt zu diesem Zeitpunkt einen anderen Einsatz hatte). Ich konnte in meiner Zeit in der Praxis sehr viel lernen, zum Beispiel das Auskultieren von Herz und Lunge. Insbesondere die pathologischen Befunde bei der Herzauskultation waren eine Herausforderung für mich, da ich davor noch nie die Gelegenheit hatte solche Patienten zu untersuchen.

Während meiner Famulatur wurde speziell für uns Studenten ein Schilddrüsenvorsorgeprogramm ins Leben gerufen. Ich musste zuerst bei Patienten die Anamnese erheben, danach ein Ultraschall der Schilddrüse durchführen und dies im Anschluss an einen der Ärzte übergeben. Bei den Vorsorgeuntersuchungen konnte ich ebenfalls Erfahrungen in der Bildinterpretation des Ultraschalls sammeln. Man erklärte mir die Bilder sehr genau und auch woran man welche Pathologie erkennen kann. Dies ermöglichte mir die Ultraschalluntersuchungen mit zu beurteilen. Eines der Ziele dieser vier Wochen war es auch, dass ich die 12 häufigsten Vorstellungsgründe, wie beispielsweise Thoraxschmerz, Schmerzen großer Gelenke und psychiatrische Ausnahmezustände, kennen, untersuchen und beurteilen lernte. Diese Vorstellungsgründe habe ich anhand der aktuellen Leitlinien erarbeitet, den Untersuchungen beigewohnt und diese genau erklärt bekommen. Während der folgenden Untersuchung musste ich erklären, was untersucht wird und letztendlich durfte ich selbst solche Untersuchungen unter Aufsicht durchführen. Des Weiteren durfte ich auch ab und zu Patienten, soweit es mir möglich war, voruntersuchen und dann an einen der Ärzte übergeben.

Was mir besonders gut gefallen hat, waren die Hausbesuche. Denn dabei hatte ich die Möglichkeit die Patienten in ihrem gewohnten familiären Umfeld zu erleben und konnte feststellen, dass sich die Arzt-Patienten-Beziehung oft bereits über Generationen erstreckt. Auch hierbei durfte ich immer mithelfen, wie zum Beispiel Blutdruck messen, impfen, Blut abnehmen oder auskultieren. Ich kannte die Bürokratie in einer Praxis noch nicht, konnte jedoch auch in diese Richtung einen Blick hinter die Kulissen werfen. Wodurch ich einen Eindruck davon erhielt, wie aufwendig und komplex dieser Aspekt einer eigenen Praxis ist. Dr. Simon Sitter bestätigte mir, dass es nur in einer Gemeinschaftspraxis möglich ist eine ausgeglichene „Work-Life-Balance“ zu erreichen. Besonders toll war die Betreuung durch beide Ärzte. Denn diese 1 zu 1 bzw. auch 2 zu 1 Betreuung ist in einem Krankenhaus praktisch nicht durchführbar, weil meist auch mehrere Studenten in der gleichen Abteilung sind. Ich hatte in der Praxis immer einen direkten Ansprechpartner und unabhängig davon, bei welchem der beiden Ärzte ein für Studenten interessanter Patient war, wurde ich einfach dazu geholt und konnte auf diese Weise vielfältige Krankheitsbilder kennen lernen. Auch Dres. Doris und Werner Sitter, die Praxisgründer, konnte ich, wenn auch nur kurz, als sehr herzliche und offene Ärzte kennen lernen.

 

Betreuung vor Ort

Ich konnte mich bei sämtlichen Problemen/Fragen an Dr. Simon Sitter wenden. Er möchte so viele Eindrücke wie möglich vermitteln, sowohl in beruflicher Sicht als auch was die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung am Land betrifft und geht dabei auch auf persönliche Wünsche ein. So konnte ich auch bei Einsätzen und Übungen des BRK und der Wasserwacht teilnehmen. Eine nahe gelegene Klinik durfte ich bei einer interessanten Führung kennen lernen.

Unterkunft

Die Unterkünfte (da zu Beginn meiner Famulatur auch noch ein Blockpraktikant in der Praxis war und somit das ursprünglich geplante Zimmer noch belegt war) wurden von Dr. Simon Sitter für mich organisiert und zum Teil über die Förderung des BHÄV und der TK finanziert. Das Zimmer in der Ferienwohnung zu Beginn der Famulatur lag etwas weiter von der Praxis entfernt (3km) im Nachbarort, was jedoch kein Problem darstellte, da ich ein E-Bike zur Verfügung gestellt bekam. Nachdem der Blockpraktikant sein Praktikum abgeschlossen hatte, siedelte ich in das Zimmer im BRK-Heim in Bechhofen über, welches ca. 1km von der Praxis entfernt ist. Im frisch renovierten BRK-Heim stand mir ein schönes großes Zimmer und eine neue Küche zur Verfügung. Im selben Haus befindet sich auch die Wache des BRK, was mir auch die Möglichkeit bot diese Tätigkeit kennen zu lernen und bei Einsätzen mit zu fahren.

 

Land und Leute

Ich wurde sehr offen und herzlich aufgenommen, sowohl von den Patienten als auch privat! Im BRK-Heim waren des Öfteren Veranstaltungen zu welchen ich immer eingeladen wurde. Aber auch zu regionalen Ereignisse wurde ich eingeladen und mitgenommen, wie zum Beispiel die Weihe eines neuen Feuerwehrautos oder dem Jahrmarkt in einer der nächst größeren Städte. Auch das Land bietet einige Sehenswürdigkeiten, wie das fränkische Seenland und den Hesselberg, welche ich mit dem von Dr. Sitter zur Verfügung gestellten E-Bike erkunden konnte.

 

Fazit

Abschließend kann ich nur sagen, dass diese Famulatur meine Erwartungen bei weitem übertroffen hat. Ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, sie in der Praxis Dres. Sitter zu absolvieren. Wenn man nicht ein Einkaufscenter, Kino oder Ähnliches in direkter Nähe braucht und aufgeschlossen ist   Land und Leute kennen zu lernen ein absolutes Muss! Somit kann ich nur jedem, der die Hausarztfamulatur auf dem Land in Erwägung zieht, diese Landarztpraxis als erste Anlaufstelle empfehlen!

 Ich bin für meine lehrreiche und interessante Zeit in der Praxis Dres. Sitter sehr dankbar und hoffe vielleicht wieder einmal zurückkehren zu dürfen.

 Ich möchte mich ganz herzlich bei den Patienten und dem Praxisteam für meine tolle Zeit bedanken!!

 Herzlichen Dank auch an das BRK & und die Gemeinde Bechhofen, für die im Rahmen der ÄsL Initiative (Ärzte schnuppern Landluft) zur Verfügung gestellte Wohnmöglichkeit, die interessanten Einblicke in den Rettungsdienst und auch den ehrenamtlichen Mitarbeitern, welche mich ausgesprochen herzlich aufgenommen haben.

Famulaturbericht April 2015

 

 „Meine Famulatur hat mir vom ersten Tag an sehr viel Spaß gemacht und rückblickend kann ich sagen, dass diese Famulatur mit Abstand mein bestes Praktikum bisher war.“

 

 

 

Schon am ersten Tag wurde ich vom gesamten Praxisteam sehr freundlich aufgenommen und integriert und konnte mich dank des guten Klimas im Team sofort wohl fühlen. Alle Arzthelferinnen waren stets sehr hilfsbereit mir gegenüber, egal welche Frage ich hatte,  und waren sehr aufgeschlossen, wenn es darum ging, mich auch in ihre Tätigkeiten miteinzubeziehen.

 

Dr. Simon und Sören Sitter habe ich als an der Lehre sehr interessierte Ärzte kennengelernt, die sich sogar dann Zeit für Erklärungen nahmen, wenn es bei hohem Patientenaufkommen  sehr stressig war. Sie hatten keine Scheu und genug Vertrauen in mich, um mich mit kleineren Aufgaben, die ich zum jetzigen Ausbildungszeitpunkt bereits zuverlässig ausführen konnte,  vertraut zu machen und mir diese auch zu übertragen. So musste ich mich als „junge Kollegin“  nie fehl am Platz oder gar überflüssig fühlen und habe es demnach auch nicht als schlimm empfunden, wenn ich eine Frage mal nicht beantworten konnte. Im Gegenteil: Diese Famulatur hat mich weiter in meinem Wunsch bestärkt Ärztin werden zu wollen, mir Selbstvertrauen gegeben und mir gezeigt, dass sich der lange Weg durch Studium und Ausbildung lohnt.

 

Meinen Tag habe ich meistens im Labor begonnen, wo ich Monika z.B. dabei helfen konnte Vorgespräche zu führen, Blutdruck zu messen, Blut abzunehmen, Urintests zu machen, aber auch Laborscheine zu drucken. Dabei und auch an anderen Stellen wurde mir bewusst, wie umfassend und kompliziert auch die Bürokratie in einer Hausarztpraxis ist.

 

Anschließend bin ich dann jeden Tag mit in eins der Arztzimmer geschlüpft, wo ich immer willkommen war und mir unter anderem die tägliche Sprechstunde und Vorsorgeuntersuchungen mit ansehen konnte. Besonders interessant fand ich hier zum Beispiel immer die Ultraschalluntersuchungen. An dieser Stelle einen ganz lieben Dank an all die Patienten, die mich ebenfalls sehr aufgeschlossen empfangen haben  und mich bereitwillig bei den Untersuchungen dabei sein ließen. Rausgeschickt - was natürlich auch absolut legitim gewesen wäre -  wurde ich so gut wie nie und ganz viele haben sich sehr über den potenziellen hausärztlichen Nachwuchs gefreut. Danke!

 

Um die Mittagszeit bin ich dann an vielen Tagen mit zu den Hausbesuchen gefahren, wobei es natürlich sehr interessant war, die Patienten in ihrem häuslichen und familiären Umfeld zu sehen. Wie auch in der Praxis konnte ich hier Aufgaben wie Blutdruck messen, Blutabnahme, Verabreichung von Spritzen und Impfungen und die Auskultation von Lunge und Herz übernehmen.

Nach einer Mittagspause ging es dann meist noch einmal mit in die Sprechstunde.

 

Nebenher hatte ich auch die Möglichkeit  bei Terminen im Rahmen von Disease Management Programmen (DMPs) zuzusehen, eine Jugendvorsorgeuntersuchung und die chirurgische Versorgung von Schnittwunden mitzuerleben, habe einen ganz individuellen Nahtkurs bekommen und konnte sogar mal einige Patienten selbstständig voruntersuchen, bevor dann ein Arzt dazu kam. Selbst bei einer Leichenschau, welche ja ebenfalls in den ärztlichen Zuständigkeitsbereich fällt, konnte ich einmal dabei sein.

 

Auch die theoretischen Grundlagen zu verschiedenen Themen wie z.B. EKG, neuen oralen Antikoagulanzien, medikamentöser Hypertonietherapie etc. habe ich sowohl selbstständig als auch gemeinsam mit Dr. Simon Sitter und Dr. Sören Sitter aufbereitet, was mich mit dem nötigen Hintergrundwissen versorgt hat.

 

Die Praxisgründer Dr. Doris Sitter und Dr. Werner Sitter habe ich leider nur ganz kurz kennengelernt, aber auch sie haben mich sehr freundlich und offen empfangen und wären sicher auch bereit gewesen mir einen Einblick in ihre Arbeit zu verschaffen, wenn sich mehr Gelegenheit hierzu geboten hätte.

 

Alles in allem kann ich eine Hausarztfamulatur in der Praxis Dres. Sitter nur wärmstens empfehlen, denn zum Beispiel auch die 1:1- bzw. sogar 2:1-Betreuung durch einen Arzt bietet ganz andere Möglichkeiten und lässt ein engeres Verhältnis zum Arzt entstehen, als dies bei einer Krankenhausfamulatur realisierbar ist. Die Arbeitszeiten waren für mich sehr angenehm und die Stunden in der Praxis sind an jedem einzelnen Tag schnell vergangen, denn es kam nie zu längeren Pausen, in denen ich nichts zu tun gehabt hätte oder in denen mir langweilig geworden wäre.

Außerdem fand ich persönlich es unheimlich beruhigend zu sehen, dass  sich die Arbeit in einer Gemeinschaftspraxis (soweit ich das beurteilen kann) noch relativ gut mit Familie und Privatleben vereinbaren lässt – ein Punkt der mir für mein zukünftiges Leben sehr wichtig ist und der in einer Klinik mit Sicherheit häufig zu kurz kommt.

 

In den fast 5 Wochen in der Praxis habe ich also sehr viel erlebt, gesehen und gelernt und es hätte bestimmt noch viele weitere spannenden Dinge gegeben, die sich in der kurzen Zeit leider nicht ergeben haben (zum Beispiel wäre ich gerne mal beim Erstellen einer Patientenverfügung dabei gewesen).

 

Zum Schluss wünsche ich nun all meinen Nachfolgerinnen und Nachfolgern ebenso viel Spaß und Erfolg und hoffe irgendwann mal wieder zurückzukommen, zu den Sitters.“